AUTHENTIZITÄTS-PROTHESEN: 
ein Kapitalismuskritikabend zum Malordentlichloslassenundmitschunkeln

--> Try Out Showing 14. April 2012
Zürich/Rote Fabrik:
 
 

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14. April 2012, Rote Fabrik, Zürich- Erstes Stand der Dinge - Showing




Im Theater ist der Text und der Gang auf der Bühne eine Prothese für das Atmosphärische: das Spiel eine Prothese für das ernste Leben, die Aussage eine Prothese für das große Ganze. Mein Körper eine Prothese für die Seele, die Seele eine für den Körper, der Sex für die Liebe oder den Konsum und der Schmerz für die Liebe und sowieso die ganze Arbeit nur eine Prothese für die große Anerkennung.


Prothesen umgeben uns überall, das Natürliche gibt es überhaupt nicht, was soll das schon sein, außer Kitsch oder Ideologie? Wir sind gefesselt, an Brückentechnologien wie die Liebe, die Anerkennung, und an dieses Spiel, diese Performance, um ernsthaft etwas auszusagen!


Aber wieso fällt es uns so schwer, Verantwortung  zu übernehmen, nicht nur inhaltlich sondern strukturell, sondern delegieren sie gerne weg. Wie wäre es mal zu sagen, jeder ist immer 100% verantwortlich, wir dürfen unser Leben leben und sind verantwortlich zu 100% jederzeit.


Die Performance handelt vom Versuch, Verantwortung zu übernehmen: angefangen von der unmittelbaren Bühnensituation der Performer, wird der Kreis, in dem wir verantwortlich handeln könnten, immer weiter gefasst, über die persönliche Biografie hinaus zum ganz großen Ganzen.



Konzept/Idee/Text & Performer: Max Merker und Malte Schlösser



malte schlösser und max merker aus berlin und zürich, kennen sich seit ihrem gemeinsamen philosophiestudium.  arbeiten seit 2007 als regisseure in paralleluniversen in freier szene und am stadttheater. treffen nun aufeinander, wurde auch zeit.













 

Wer kuschelt, grenzt aus, sagen die Wissenschaftler, weil das beim Kuscheln ausgeschüttete Hormon Oxytocin auch die Ablehnung alles Fremden bewirkt. Was für eine bittere Pille für mich harmoniesüchtigen Gutmenschen, dabei schien Oxytocin der perfekte Grundstoff für die antikapitalistische empathische Zivilisation. Ich brauch gar keine politischen, religiösen oder überhaupt Anschauungen, ich muss nur Kuscheln, um abzulehnen - das gibt es doch nicht...